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5. Anwenderforum SMART TEXTILES in Wolfurt

Exklusiver Blick hinter die Kulissen des Weltmarktführers Doppelmayr GmbH. Foto: DITF
150 Teilnehmer waren beim Anwenderforum SMART TEXTILES dabei, das erstmals in Österreich stattfand. Foto: DITF
    Dr. rer. nat. Michael Haupt

    Bereichsleiter E-Textilien, Automatisierung, Akustik

    T +49 (0)711 93 40-279

Ideen werden zum intelligenten Produkt

WOLFURT, ÖSTERREICH - Hightech-Textilien sind ein weltweiter Wachstumsmarkt mit überraschend vielen Anwendungsmöglichkeiten. Beim Anwenderforum SMART TEXTILES am 8. und 9. März 2017 im österreichischen Wolfurt informierten sich Industrie und Wissenschaft über neue Produkte, Trends und Marktchancen. Die mit 150 Teilnehmern ausgebuchte Veranstaltung startete mit einem Besuch der Doppelmayr/Garaventa Gruppe, dem Weltmarktführer im Seilbahnbau.

Viele Ski-Begeisterte kennen die Schlepplifte und Seilbahnen von Doppelmayr und genießen den Komfort von Sitzen, die in Sekunden an jeder Station aufgeheizt werden. Doch der Klimawandel stellt die Branche vor Herausforderungen, denen sich Doppelmayr mit Innovationen stellt. So schweben in Großstädten auf der ganzen Welt Gondeln über überfüllte und verstopfte Straßen. In Vietnam realisierte das Unternehmen die größte Pendelbahn der Welt, die mit 230 Passagieren pro Kabine die Hualong-Bucht überquert. Selbst hinter dem Hogwarts-Express in den Harry Potter-Filmen verbirgt sich eine Standseilbahn von Doppelmayr. Christoph Hinteregger, ehemaliger technischer Direktor und seit seinem Eintritt in den Ruhestand als Konsulent tätig, führte die Teilnehmer persönlich durch das Werk.

Am zweiten Tag stellten Referenten neueste Entwicklungen vor, die man vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

Gerade eine älter werdende Gesellschaft profitiert von schlauen Textilien, die ein wichtiger Bestandteil der sogenannten „Pflege 4.0“ sein werden. Smarte Kleidungsstücke helfen bei motorischen Einschränkungen, intelligente Bürostühle entlasten den Rücken oder voll waschbare T-Shirts messen die Vitalfunktionen beim Sport. Ein Feuerwehrhandschuh, der die Temperatur fühlt, bewahrt Einsatzkräfte vor Verletzungen. Die Bandbreite an Möglichkeiten, die die Vorträge präsentierten, verblüfft: Ein Schweizer Start up zeigte im Veranstaltungszentrum Kubus in Wolfurt, wie sich nach zwei Mal hin- und her Wedeln ein kleines Textilbündel in eine bequeme Liege verwandelt. Auch bei Fassaden und Beschattungs-Systemen sorgen intelligente Textilien für zusätzliche Funktionen, wenn Fasern und textile Flächen mit Elektronik kombiniert werden.

Lebhaft diskutiert wurde, wie man seine Ideen schützt und wie sie schließlich als Produkt auf den Markt kommen können. Bei Medizinprodukten kann das durchaus 20 Jahre dauern. Um das Zulassungsverfahren zu verkürzen, ist es wichtig, dass smarte Textilien schon in anderen Branchen beweisen, wie zuverlässig sie sind. Anwendungsmögichkeiten gibt es genug, wie das diesjährige Anwenderforum wieder bewiesen hat. Die begleitende Fachausstellung machte die neuesten Entwicklungen anschaulich und greifbar.

Das Forschungskuratorium Textil e. V. in Berlin, das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf und das Textilforschungsinstitut Thüringen Vogtland e. V. in Greiz veranstalten jedes Jahr das Anwenderforum, um den Austausch von Industrie und Wissenschaft in der in der D-A-CH-Region zu fördern. Es fand dieses Jahr erstmals in Österreich statt. Dass der Veranstaltungsort gut gewählt war, zeigt die hohe Anzahl an Teilnehmern, vor allem aus Österreich und der Schweiz.

Das 6. Anwenderforum findet vom 28.2.-1.3.2018 statt. Der Veranstaltungsort wird rechtzeitig bekanntgegeben.