PRESSE INFO

DITF investieren in moderne Forschungs- und Produktionsanlagen

Vakuum Hochtemperatur-Heizpresse für variantenreiche Fertigung. Foto: DITF
Kombinierter Thermobond– und Ultraschall-Kalander. Foto: DITF
    Dr.-Ing. Martin Dauner

    Bereichsleiter Filamentgarntechnologien, Vliesstofftechnologien

    T +49 (0)711 93 40-218
    Prof. Dr.-Ing. Markus Milwich

    Bereichsleiter Faserverbund- und Flechttechnik

    T +49 (0)711 93 40-164

Europäische Fördergelder für die Textilforschung in Denkendorf

Das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf (ITV) betreibt Forschung entlang der gesamten textilen Produktionskette – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt. Die Mitarbeiter des ITV erarbeiten individuelle und konkret umsetzbare Lösungen für die Industrie. Um nicht nur theoretisch zu forschen, sondern in spezialisierten Technika Prototypen erstellen und testen zu können, hat das ITV in neue Geräte investiert. Dabei wurde das Institut aus europäischen Fördertöpfen und von der Industrie unterstützt.

Vakuum Hochtemperatur-Heizpresse für variantenreiche Fertigung

Ein wichtiges Verfahren zur Herstellung von Faserverbundbauteilen ist das Verpressen von Geweben, Vliesen oder Geflechten, die aus thermoplastischer Faser gemischt mit Glasfaser oder Carbonfaser bestehen. Diese hybriden textilen Strukturen werden mit Hilfe von Druck und Wärme in einer Heizpresse zu Bauteilen verarbeitet. Damit werden aus den am Institut entwickelten Hybridfasern fertige Bauteile hergestellt und deren Eigenschaften untersucht. Auch aus Faserverbundstoffen recycelte Fasern können dafür verwendet werden. Am ITV wird auf diese Weise der vollständige Recycling-Prozess ausgeführt und veranschaulicht den energetischen Vorteil von mehrfach verwendeten Carbonfasern.

Die Vakuum Kompressionspresse, Typ VCP 500/1 OK der Lauffer GmbH & Co. KG verfügt über eine Pressfläche von 1070 x 750 mm, die Presskraft beträgt 5000 kN, die maximale Heiztemperatur beträgt 400 °C. Sie wird mit Thermalöl betrieben, das verglichen mit anderen Heizmedien sehr genau temperiert werden kann. Das Gerät ist damit für die Herstellung gängiger Bauteile in der Automobilindustrie geeignet und kann selbst Hochleistungsmatrices wie Peek verarbeiten.

Kombinierter Thermobond– und Ultraschall-Kalander für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energieeinsparung, Energiegewinnung und Energiespeicherung

Separatoren aus Vliesstoff, die in Batterien positive und negative Elektroden trennen sowie Membrane für Brennstoffzellen müssen hohen Ansprüchen genügen. Ein Spezialkalander sorgt - in Linie mit der bereits am ITV installierten 0,5 Meter breiten Meltblow Anlage - für die Verfestigung der Feinstfaservliesstoffe mit Hilfe von Ultraschall oder Thermobond. Zwischen den Walzen des Kalanders können feinste Faservliese verfestigt werden, deren Flächengewicht typischerweise unter 30 Gramm pro Quadratmeter liegt und deren Dicke mindestens 20 Mikrometer beträgt. Das ist 1/5tel der Dicke eines menschlichen Haares. Die Kalandertechnik wird auch bei weiteren aktuellen Forschungsaufgaben des ITV eingesetzt, zum Beispiel bei der Entwicklung von Filtermedien für die Trennung flüssiger von festen bzw. von gasförmigen Stoffen. In der Medizintechnik können neue Materialien zur Wundabdeckung, für die Blutfiltration und Occluderpatches für die Herzchirurgie entwickelt werden.

Diese wichtige Investition des ITV haben der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), das Land Baden-Württemberg sowie die Firmen WUMAG Texroll GmbH & Co. KG und Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co. KG finanziell unterstützt.

Förderkennzeichen des Kalanders: RWB-EFRE 2007-2013 ITC: TexEnergy

Förderkennzeichen der Heizpresse: RWB EFRE 2007-2013 ITC: Beschaffung einer Heizpresse für Bauteile aus Hochleistungsfasern