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BioGlizz gewinnt Techtextil-Preis!

Foto: DITF
    PD Dr.-Ing. Thomas Stegmaier

    Stellvertretender Vorstand
    Bereichsleiter Technische Textilien, Oberflächentechnik, Umwelttechnik, Bionik

    T +49 (0)711 93 40-219

„Grüner Schnee“ mit TechTextil Innovation Award im Bereich New Concepts ausgezeichnet

Die innovative Schneealternative BioGlizz, bei der Algen auf einem Schaumstoffuntergrund die Gleiteigenschaften von Schnee simulieren, wurde auf der TechTextil-Messe mit dem TechTextil  Innovation Award ausgezeichnet. Das revolutionäre Prinzip wurde von der Innovationsmanufaktur, dem Institut für  Lebensmittel-und Bioverfahrenstechnik an der TU Dresden und dem Institut für Textil-und Verfahrenstechnik Denkendorf gemeinsam im Rahmen einer Machbarkeitsstudie entwickelt und getestet.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der großen ökologischen Belastung, die Schneekanonen und Skigebiete für Bergregionen darstellen, muss die Wintersportindustrie Alternativen zu den klassischen alpinen Pisten finden. BioGlizz will Gleitsport in die Stadt bringen und gleichzeitig ökologisch verantwortlich handeln, daher wurden im Rahmen der Machbarkeitsstudie die technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen biologischen, selbstregenerierenden Gleituntergrund aus Algen auf textilem Trägermaterial untersucht.

Als Gleitschicht konnte während der Projektlaufzeit eine geeignete Algenart, die gleichzeitig robust ist und schnell nachwächst, identifiziert werden. Diese wurde auf einem textilen Nährboden verankert, unter dem sich eine weitere Schicht aus Schaumstoff befindet, die durch ihre elastische Verformbarkeit nicht nur das Kurvenfahren ermöglicht, sondern unter anderem auch als Aufpralldämpfer dient und Stürze sanft abfedert.

Skifahren im Stadtpark

BioGlizz soll Gleitsport neuen Zielgruppen in einer urbanen Umgebung eröffnen. Generell ist BioGlizz daher eher ein natürlicher, nachhaltiger Ersatz für dry slope-Anlagen als für Schnee. Neben den klassischen Wintersportarten sind urbane Nutzungsszenarien wie zum Beispiel ganzjährige Langlaufloipen im Stadtpark, alte Olympiaanlagen, die zu Fun Parks umfunktioniert werden oder Freizeitparks, die Abfahrten für Kinder anbieten, denkbar.

Trotzdem wird sich der Gleituntergrund zunächst mit natürlichem Schnee messen müssen, daher legte das Projektteam viel Wert auf ein möglichst schneeähnliches Gleiterlebnis. In mehreren, aufeinander aufbauenden Tests wurde die Algen-Schaumstoff-Kombination ausgewählt, deren mechanische Eigenschaften bezüglich der Gleitreibung, der Eindringtiefe und der bei Kurvenfahrten entstehenden Seitenkräfte diejenigen von Schnee am besten nachahmt. Um einen ersten Eindruck über die Fahreigenschaften zu gewinnen, wurden außerdem erste Tests mit einem Profiskifahrer durchgeführt.

Machbarkeit bewiesen

Das Projektteam konnte beweisen, dass es sowohl technisch als auch wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein kann, eine Schneealternative aus Algen herzustellen. Geplant ist nun ein weiteres Projekt, um die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie in ein marktreifes Produkt zu überführen.

Hintergrundinformationen

Das Institut für Lebensmittel-und Bioverfahrenstechnik der TU Dresden zeichnet sich vor allem durch die Verknüpfung von ingenieurtechnischen Wissenschaften mit naturwissenschaftlichen Disziplinen im Wesentlichen aus den Bereichen Chemie und Biologie aus.

Die Forschung in der Bioverfahrenstechnik beschäftigt sich quantitativ mit  Aktivitäten von Mikroorganismen und Zellen höherer Organismen (Pflanzenzellen) in einem technischen Umfeld (Bioreaktor). In der Machbarkeitsstudie BioGlizz war das Institut für die Auswahl der geeigneten Algen ebenso zuständig wie für Adaption an das Trägermaterial und die Entwicklung, Vorbereitung und Durchführung der Tests auf dem Großflächendemonstrator.

Das Institut für Textil-und Verfahrenstechnik Denkendorf ist Deutschlands größtes Textilforschungszentrum und betreibt Grundlagen-und anwendungsorientierte Forschung über die gesamte textile  Produktionskette hinweg, vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Das ITV Denkendorf  unterstützt  mit  seinen 160 Mitarbeitern (Textiltechnik, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Physik, Polymerchemie, Biologie) kleine und mittelständische Betriebe in Forschung und Entwicklung über die ganze Breite der Textiltechnik und des Textilmaschinenbaus.

In der Machbarkeitsstudie war das ITV Denkendorf für die Auswahl und eingehende Analyse geeigneter Textiluntergründe zuständig.

Die Innovationsmanufaktur GmbH initiiert, strukturiert, und realisiert seit 15 Jahren erfolgreich Innovationsvorhaben.

Ihre Stärken sind die ganzheitliche  Methodik, ein Team, das  Innovationen lebt und ein riesiges Partnernetzwerk weltweit.

Inhaltliche Kernthemen sind präventive Gesundheitsförderung, aktive Mobilität, Sport und Nachhaltigkeit. Dabei stehen immer Mensch und Gesellschaft im Fokus. Ihre Arbeit umfasst Projekte aus der freien Wirtschaft, unter anderem für mehrere DAX Unternehmen, sowie nationale und europäische Forschungsvorhaben. In der Machbarkeitsstudie übernahm die Innovationsmanufaktur vor allem Aufgaben aus dem klassischen Projektmanagement, aber auch inhaltliche Aufgaben wie eine Befragung unter Wintersportlern und die Durchführung der Tests mit dem Profi-Skifahrer.

 

Ihre Ansprechpartner

PROF. DR. ECKEHARD FOZZY MORITZ

CEO Innovationsmanufaktur GmbH

fon: +49-89-5527919-0

efm@innovationsmanufaktur.com

PD DR.-ING. THOMAS STEGMAIER

Leiter Technische Textilien, Oberflächentechnik, Umwelttechnik, Bionik

DITF Denkendorf

fon: +49-711-9340-219

thomas.stegmaier@itv-denkendorf.de

PROF. DR. RER. NAT. HABIL. THOMAS BLEY

Professor für Bioverfahrenstechnik

fon: +49-351-46332420

thomas.bley@tu-dresden.de

ng.