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Sensorische Handschuhe erleichtern den Arbeitsalltag in der Logistik

Schwere Lasten bewegen ohne körperliche Belastung mit SensHand. Foto: DITF
  • Dr. rer. nat. Michael Haupt

    Bereichsleiter E-Textilien, Automatisierung, Schalltechnik

    T +49 (0)711 93 40-279

BMBF-Projekt "SensHand" abgeschlossen

Obwohl die Automatisierung fortschreitet, werden in Lagern immer noch viele Waren von Hand bewegt. Selbst bei leichten Waren unter 12 Kilogramm verursacht diese körperliche Belastung bei den Lager­arbeitern nach längerer Zeit Beschwerden wie zum Beispiel chronische Rückenschmerzen. Im Rahmen des vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes „SensHand“ entwickelten die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) mit ihren Forschungspartnern einen sensorischen Handschuh, der Lageristen beim Heben von Lasten unterstützt.

Schon heute gibt es Hebehilfen in der Logistik. Diese werden von den Beschäftigten aber nicht gerne benutzt, da sie langsamer als der Mensch agieren, nur für eine bestimmte Warenform einsetzbar sind und umständ­lich zu bedienen sind.

Vor allem im betriebsinternen Warenverkehr gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Verpackungen wie Kartons, Säcke und Eimer. Sie unter­scheiden sich deutlich in Gewicht, Haptik und Volumen. Weil es aufwendig ist, für jede Warenform eine spezielle Hebehilfe auszuwählen und zu bedienen, verlädt das Lagerpersonal die leichteren Waren lieber von Hand. Mit der Hand kann der Mitarbeiter alle Warenformen zwar sofort greifen, er nimmt dabei allerdings gesundheitliche Folgeschäden in Kauf.

Im Forschungsprojekt „SensHand“ wurde ein sensorischer Handschuh entwickelt, mit dem der Lagerist während des Verladens einen Lastkran intuitiv steuern kann. Die Vorteile der Hand als vielseitiges und flexibles Greifwerkzeug bleiben erhalten, aber die körperliche Arbeitsbelastung wird deutlich reduziert. Der Lagerist trägt den sensorischen Handschuh wie einen normalen Arbeitshandschuh. Während er die Waren verlädt, registrieren die Druck- und Biegesensoren im Handschuh die Belastung und steuern aufgrund dieser Messdaten den Systemkran. Bei einem schwereren Karton gibt der Kran mehr Hebeunterstützung als bei einem leichten Karton. Da die Software des Lastkrans automatisch über die Sensoren in den Handschuh-Fingern gesteuert wird, muss der Lagerist nicht zusätzlich die Hebehilfe bedienen, sondern kann mit beiden Händen zupacken.

 

Projektpartner:

Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF)

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

J. Schmalz GmbH

Alfa-Rotec GmbH

ATS Elektronik GmbH