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Sicheres Wechseln von kontaminierten Schutzanzügen

Der Helfer schweißt vor Beginn des Einsatzes den peelbaren Folienschlauchstutzen im Brustbereich des Schutzanzuges zu, die Schweißnaht lässt sich aufgrund der innenseitigen Peelbeschichtung später wieder öffnen. Foto: DITF
Nach dem Einsatz schiebt der Helfer den peelbaren Folienschlauchstutzen des Schutzanzugs in den Folienschlauch der Schleusentrennwand. Beide werden zusammen verschweißt, der Helfer öffnet von der Innenseite des Schutzanzuges aus den peelbaren Folienschlauch und steigt durch diesen aus dem Schutzanzug durch die Schleuse in den kontaminationsfreien Bereich. Foto: DITF

    Dipl.-Ing. Oswald Rieder

    Bereichsleiter Maschentechnik, Thermodynamik, Konfektion

    T +49 (0)711 93 40-269

Entwicklung eines Andock- und Verschlusssystems

Bei der im letzten Jahr im Kongo ausgebrochenen Ebola-Epidemie ist noch kein Ende in Sicht. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, ist es von großer Bedeutung, dass Helfer vor Ansteckung geschützt werden. Auch wenn geeignete Schutzausrüstungen zur Verfügung stehen: Das Ablegen eines mit lebensbedrohlichen Viren kontaminierten medizinischen Schutzanzuges stellt den gefährlichsten und kompliziertesten Arbeitsgang in Krisengebieten dar.

Deshalb haben die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und die Firma Thermo-Pack GmbH in einem gemeinsamen Forschungsprojekt ein Andock- und Verschlusssystem zum kontaminationsfreien Ein- und Aussteigen für medizinische Schutzanzüge entwickelt. Mit Hilfe dieses Systems ist es den Helfern möglich, durch das Andocken an eine Schleusentrennwand aus dem Schutzanzug in einen kontaminationsfreien Raum auszusteigen, ohne dabei die kontaminierte Außenseite des Anzuges zu berühren.

Das Andocken an die Trennwand wird durch eine Trennnahtverschweißung zweier PE-Folienschläuche realisiert. Das Aussteigen aus dem Anzug wird durch die Peelbeschichtung des Folienschlauches auf Anzugsseite gewährleistet.

Neu an diesem System ist, dass das sichere Ein- und Aussteigen aus einem kontaminierten Schutzanzug auch ohne Hilfestellung einer weiteren Person möglich ist.