CYCLOTEXUM - Forschungszentrum für Textilrecycling
Unter dem Dach des CYCLOTEXUM wird an den DITF eine reale Entwicklungsstätte im Technikumsmaßstab zum Thema Textilrecycling geschaffen. In ihr wird ein technologischer und ökonomischer Datenpool erarbeitet, auf dessen Basis neue Geschäftsmodelle für hochwertige Rezyklatprodukte entstehen.
Weltweit werden Alttextilien noch immer in den seltensten Fällen recycelt und stapeln sich zu riesigen Müllbergen. Die DITF greifen diese Herausforderung auf. Sie nutzen ihre umfassende Expertise, um textile Abfallmengen zu reduzieren und im Sinne der Nachhaltigkeit wertvolle Faserrohstoffe in Textilien wiederzuverwenden.
Um das Recycling von klassischen Textilabfällen sowie Hochleistungsfasern wie Carbon- und Glasfasern zu fördern, bauen die DITF bis Ende 2026 ein Forschungszentrum auf. Im CYCLOTEXUM, welches bis Januar 2026 eingerichtet sein wird, werden alle Fragestellungen zum Recycling von klassischen Textilabfällen zu hochwertigen Garnen bearbeitet. Ziel ist es, bisherige mechanische, physikalische und chemische Verfahrensschritte intelligent zu kombinieren, damit aus dem Sekundärrohstoff feine, gleichmäßige Garne hergestellt werden können. Mittels Material Flow and Cost Accounting (MFCA) werden alle technologischen Entwicklungen auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit überprüft.
Das CYCLOTEXUM ist in zwei Module gegliedert
Beim Modul A liegt der Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Aufbau einer mechanischen Reißanlage zur Gewinnung von Recyclingfasern. Genutzt werden in Modul A die an den DITF verfügbaren spezialisierte Technika für die chemische Analyse der textilen Materialien und Eingangsstoffe sowie für unterschiedliche Spinnverfahren für natürliche und synthetische Fasern. Darüber kommen Anlagen für die Flächenherstellung (Stapel- wie auch Endlosfasern) und Beschichtung zum Einsatz.
Modul B erforscht Fragestellungen zum Themenkomplex Filtriertechnologie. Insbesondere die Filtriertechnologie im lösemittelbasierten Recyclingprozess stellt die Kernkomponente des Moduls dar. Auf deren Basis werden ganzheitliche lösungsmittelbasierte Recyclingprozesse für technisch und wirtschaftlich bedeutsame Textilklassen entwickelt. Durch die Filtriertechnik werden nicht nur das Basispolymer, sondern auch wertvolle Zusatzstoffe zurückgewonnen. Darüber hinaus sollen inzwischen verbotene Additive aus dem Kreislauf entfernt und das verwendete Lösungsmittel recycelt werden.
Das Projekt CYCLOTEXUM wird finanziert aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.
Synergieeffekte nutzen
CYCLOTEXUM wird durch das Forschungsprojekt HiPerReF ergänzt, in dem an den DITF Hochleistungs-Faserverbundstrukturen auf Basis recycelter Hochleistungsfasern entwickelt werden. Weitere Infos
CYCLOTEXUM und HiPerReF zusammen bieten der nationalen und globalen Textilwirtschaft wirksame Werkzeuge und Lösungen für eine effektive textile Kreislaufwirtschaft.
Zukünftig werden alle Forschungsaktivitäten mit dem Schwerpunkt Textilrecycling an den DITF unter dem Dach des CYCLOTEXUM zusammengefasst.
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Leiter Kompetenzzentrum Stapelfasern, Weberei [&] Simulation
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