KONTAKT

Dr. rer. nat. Nadejda Krasteva

Leiterin Kompetenzzentrum Textilchemie, Applikations- [&] Umwelttechnologien

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Nachhaltige Farbgebung für Denimprodukte

Überzeugende Denim-Optik mit Digitaldruck

Die Herstellung von Jeansstoffen verbraucht extrem viel Wasser und Energie und verursacht eine sehr hohe Abwasserbelastung durch Chemikalien und nicht fixierte Farbstoffe. So werden für die Herstellung von 1 kg gefärbtem Jeansstoff nicht selten bis zu 4.000 l Wasser verbraucht. Dabei liegt der Wasserverbrauch allein für die Farbgebung oft bei mehr als 150 l.  Hinzu kommen erhebliche Emissionen durch Laserbehandlung und Stonewashed-Effekte, um einen modischen Vintage-Look zu erreichen.

Im Rahmen des Entwicklungsprojektes „DENIMPRINT“ wurden ganz neue Wege beschritten und erstmals das digitale Pigmentdruckverfahren zur Farbgebung von Denimware angewandt. Anstatt einer aufwändigen und abwasserintensiven Kettfadenfärbung und einer nachfolgenden Flächenbildung durch den Webprozess und der dabei entstehenden typischen Farbgebung, wird die finale Jeansoptik einfach mittels Inkjet auf das textile Trägermaterial aufgedruckt. Auch Stonewashed-Effekte oder Laser-Bleaching sind drucktechnisch so realisierbar. Da die Farbpigmente durch das Bindemittel auf der Warenoberfläche verklebt werden, muss nicht nachgewaschen werden und das Verfahren ist somit vollkommen wasserfrei.

Im Projekt wurden geeignete Pigmentdrucktinten identifiziert sowie entsprechende Warenvorbereitungen und die erforderlichen Druckparameter für die Erzeugung farbgetreuer Druckmuster mit hohen Echtheiten ausgearbeitet.  Auf diese Weise wurde eine fantastische Denim-Optik mit einwandfreien Echtheitseigenschaften des finalen Produkts erreicht. Die Untersuchungen wurden an einer Vielzahl an cellulosischen Substraten unterschiedlichen Flächengewichts und Aufmachung untersucht.

Die Nachhaltigkeit des neuen Verfahrens wurde quantifiziert und mit Zahlenwerten belegt. So wird es möglich, Denimware unter Einhaltung hoher sozialer Standards unter Vermeidung von Kinderarbeit und ohne ungeschützten Umgang mit Chemikalien nachhaltig, regional und äußerst ressourcenschonend auch wieder in Deutschland herzustellen.